Bei der letzten Übung habe ich beschrieben wie ihr achtsam essen lernt.

Bei dieser Übung möchte ich einen Schritt vorher ansetzen. Beim Kochen.

Auch hier geht es wieder darum die Tätigkeit, in diesem Fall das Kochen, mit allen Sinnen auszuführen. Gerade beim Kochen hat dies den Vorteil, dass ihr nicht nur eure Achtsamkeit trainiert, sondern gleichzeitig euren Geruchs-, Geschmacks- und Tastsinn verbessert.

So funktioniert es

Bereite dir alle notwendigen Lebensmittel vor. Verwende wenn möglich nur hochwertige Produkte. Sobald du die Lebensmittel vorbereitet hast, lege eine kurze Pause ein. Atme bewusst ein und aus. Überlege dir, ähnlich wie beim achtsamen Essen wer aller daran beteiligt war, dass du die Lebensmittel hier in der Küche zur Verfügung hast.

Überlege auch kurz, wie lange die Natur dafür gebraucht hat, dies alles zu entwickeln.

Bevor du die einzelnen Lebensmittel nun verarbeitest, betrachte sie vorher genau. Nimm als Beispiel ein Stück Paprika.

Wie sieht der Paprika aus?

Welche Farbe hat er? Hat er ein intensives rot? Gibt es noch wo grüne Stellen? Betrachte ihn genau von allen Seiten.

Wie riecht er?

Wie fühlt er sich an?

Wie schmeckt er?

Sei achtsam bei der Verarbeitung

Nun beginne die einzelnen Lebensmittel bewusst zu verarbeiten. Wie riecht es, wenn du beginnst den Paprika zu schneiden? Wie, wenn du ihn zwischen den Fingern reibst? Wir der Duft intensiver?

Mache jeden Handgriff einzeln und bewusst. Beende zuerst einen Arbeitsschritt bevor du dich dem nächsten zuwendest.

Nachdem du alle notwendigen Lebensmittel vorbereitet hast, beginne mit dem Kochen. Wenn du zum Beispiel Zwiebeln verwendest, wie riecht es wenn du beginnst diese anzurösten? Was passiert mit dir? Läuft dir bei dem Geruch auch schon das Wasser im Mund zusammen? Bekommst du Hunger?

Beobachte genau deinen Körper und deine Empfindungen, wenn du die einzelnen Zutaten zusammenführst und ein leckeres Gericht zauberst.

Zelebriere jeden einzelnen Arbeitsschritt. Du schaffst hier etwas Neues und wird mit dem Endergebnis anderen und/oder auch dir selbst eine Freude bereiten.

Du wirst merken, beim hoffentlich achtsamen Verzehr der Mahlzeit, dass diese besonderer ist, als hättest du einfach nur gekocht. Schmecke bewusst die einzelnen gerade verwendeten Zutaten heraus.

Wenn du die Übung des achtsamen Kochens öfters durchführst, wirst du merken, dass du mit der Zeit nicht nur achtsamer wirst, sondern sich auch dein Geruchs- und Geschmackssinn schärfen.

Mir ist bewusst, dass man die Tätigkeit des Kochens nicht immer auf diese Weise zelebrieren kann. Oft muss es auch einfach mal schnell gehen. Gerade wenn man hungrige Kinder hat, die auf das Essen warten. Aber versuche auch hier, soweit es geht, mit allen Sinnen dabei zu sein. Versuche trotzdem die Lebensmittel wertzuschätzen und sie nicht einfach achtlos in die Pfanne zu hauen.

Welche Gerichte habt ihr schon achtsam gekocht? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

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