Akzeptanz bedeutet, etwas so anzuerkennen, wie es jetzt gerade ist. Ganz ohne zu werten oder zu interpretieren. Es bedeutet, die Dinge so anzunehmen, wie sie sich auf der reinen Faktenebene darstellen. Dies kann etwas Positives, aber auch etwas Negatives sein. Du brauchst das, was jetzt gerade ist, weder gutheißen, noch brauchst du damit einverstanden zu sein. Es reicht, wenn du es genauso sein lässt, wie es jetzt gerade ist.

Situationen zu akzeptieren ist jedoch nicht zu verwechseln mit dem Hinnehmen von Dingen. Das Hinnehmen von Dingen ist nicht von Klarheit geprägt und zeugt von einer passiven Haltung. Akzeptanz zeugt von klarem Bewusstsein über die Dinge. Du entscheidest aktiv, dass  du eine Situation annimmst. Durch die reine Darstellung auf der Faktenebene und dem bewussten annehmen, hast du allein es in der Hand wie du mit einer Situation weiter umgehst. Du allein entscheidest, was als Nächstes passieren soll.

Das heißt, ohne Akzeptanz gibt es auch keine Veränderung, weder zum Positiven noch zum Negativen.

Gestalte dein Leben selbst

Wenn du Dinge und Situation akzeptieren lernst, bist du nicht mehr der „Willkür“ des Lebens ausgesetzt. Du bist auch nicht mehr von anderen abhängig, da du selbst entscheidest und nicht andere für dich entscheiden lässt. Dies ist zu Beginn sicherlich ein Schritt raus aus der Komfortzone. Schließlich ist es oft ganz bequem, keine Verantwortung übernehmen und für keine Fehler gerade stehen zu müssen. Doch in dieser Bequemlichkeit wird der Stress, der Schmerz oder die Angst nicht weniger. Du selbst musst die Verantwortung dafür übernehmen und dein Leben aktiv gestalten.

Schöne Dinge zu akzeptieren fällt leicht. Akzeptiere aber auch, was dir nicht gefällt. Wenn wir beginnen unangenehme Situationen zu akzeptieren, erscheinen diese plötzlich weniger unangenehm oder lösen sich komplett auf. Versuche zum Beispiel, der Tatsache deines eigenen Todes in Auge zu schauen. Dies klingt jetzt vielleicht hart, aber akzeptiere, dass es passieren wird. Versuche in Akzeptanz dieser Tatsache zu leben, doch weiter jeden Tag das Leben zu lieben.

So gehst du stressfreier durchs Leben

Ich bin nebenbei auch noch Fußballtrainer für 8-10-jährige. Hier war es gerade zu Beginn für mich sehr schwer zu akzeptieren, dass nicht alle schon Passen, Schießen oder Dribbeln können und einige noch Probleme mit der Koordination hatten. Das Training und die Spiele waren purer Stress für mich. Als ich zu akzeptieren begann, dass nicht jeder dasselbe Level hatte und jeder noch unterschiedliche Dinge zu lernen hatte, wurde das Ganze für mich viel einfacher und stressbefreiter. Ich akzeptiere alle Spieler so wie sie sind. Denn jeder bemüht sich und gibt sein Bestes.

Vielleicht geht es dir genauso. Du hast Erwartungen in deine Kinder, deinen Partner oder dich selbst die noch nicht zu erfüllen sind.

Wenn du beginnst zu akzeptieren, dass dein Kind z. B. jetzt noch nicht so gut lesen kann, wie seine Klassenkollegen, wird es dich viel weniger ärgern. Du kannst dich ihm liebevoll zuwenden und gemeinsam üben, ohne dabei in Stress oder Ärger zu geraten.

So lernst du Situationen und Dinge zu akzeptieren

Setze dich bequem hin und atme ruhig und bewusst. Konzentriere dich auf deinen Atem und mache dir die Situation, die dich beschäftigt, bewusst.

Wie geht es dir dabei? Hast du dabei ein ungutes Gefühl im Bauch? Schnürt es dir die Kehle zu und hast du Probleme beim Atmen, wenn du daran denkst?

Achte genau darauf, welche körperlichen Reaktionen durch die Gedanken an diese Situation ausgelöst werden. Erforsche diese Reaktionen genau.

Lenke die Aufmerksamkeit auf deine Schultern. Sind diese angespannt? Lockere Sie.

Lenke die Aufmerksamkeit nun zu deinem Kiefer. Sind die Zähne zusammengebissen und die Zunge auf den Gaumen gepresst? Lockere auch dein Kiefer.

Nun kehre wieder zurück zu deinem Atem und den Gedanken an die Situation. Durch die Lockerung deines Körpers wird es dir jetzt nun schon gar nicht mehr so schlimm vorkommen. Nun akzeptiere und nimm die Situation genau so an, wie sie ist. Ab jetzt kannst du eine bewusste Entscheidung treffen, wie du damit umgehst, ohne sofort in Stress, Angst oder Ärger zu verfallen.

Macht euch im Alltag diese Situation bewusst und versucht diese zu akzeptieren und genauso anzunehmen, wie sie sind.

Lasst mich in den Kommentaren wissen, bei welchen Situation euch Akzeptanz schon weitergeholfen hat.

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