Merkst du auch oft, wie du an teils negativen Gedanken und Gefühlen hängst und diese fest umklammerst?

Wenn dir dies schon bewusst ist: herzliche Gratulation! Dies ist schon ein erster Schritt in die richtige Richtung, um sich von diesen Gefühlen und Gedanken zu lösen und loslassen zu lernen.

Wenn du die weiteren Schritte wissen willst, lese jetzt weiter.

Die Welt in der wir leben ist zu bedeutungsvoll

Die Welt in der wir Leben ist zu bedeutungsvoll. So vieles ist uns enorm wichtig: Eine gute Beziehung, unsere Kinder, die Leistung unserer Kinder in der Schule, gute Freunde, der Job, Selbstverwirklichung und vieles mehr. Alles was uns wichtig und von Bedeutung ist, ist Anhaftung und erzeugt Spannung, schreibt John Parkin in seinem Buch Fuck it!. Diese Spannung nehmen wir geistig und meist auch  körperlich wahr.

Ständig kreisen all unsere Gedanken und Gefühle um diese Dinge.

Solche Gefühle und Gedanken belasten uns meist, ohne dass wir dies zuerst bewusst merken. Wir fühlen uns nicht frei und irgendetwas stimmt nicht. Wir tragen dieses Gefühl ständig mit uns umher. Es nagt an uns und wir fühlen uns schlecht.

Am häufigsten merken wir dies kurz vor dem Einschlafen. Wenn wir und unser Körper zur Ruhe kommen, melden sich genau jene Gedanken, die wir den ganzen Tag unterdrücken. Dies hat zur Folge, dass wir schlecht einschlafen und dann auch schlecht schlafen. Wir fühlen uns erschöpft und ausgelaugt.

Solche Gedanken und Gefühle können aber auch ganz plötzlich auftreten. Zum Beispiel, wenn wir etwas bestimmtes sehen oder uns jemand anruft mit dem wir etwas Negatives verbinden oder schlechte Nachrichten vermuten.

Dabei sind Gefühle und Gedanken in einer wechselseitigen Wirkung, schreibt Melanie Lotz von Evidero: Der Gedanke löst das Gefühl aus und das Gefühl weckt neue Gedanken, die das Gefühl bestärken. Und so geht es immer weiter.

Ein Gedanke kann nie wirklich zu Ende gedacht werden und wir grübeln ständig vor uns hin.

Ein Gedanke kann nie wirklich zu Ende gedacht werden. Klick um zu tweeten

Bei mir stellen sich solche Gefühle und Gedanken oft ein, wenn ich noch über ein schwieriges Thema aus der Arbeit nachdenke oder ich Fehler gemacht und diese noch nicht geregelt habe.

Oft geht es einem auch schlecht, wenn wir vermeintlich jemand anderen gekränkt haben oder in unserer Wahrnehmung etwas Falsches gesagt haben. Oder aber auch, wenn wir das Gefühl haben, dass andere schlecht über uns reden.

Durch das bewusste Loslassen kannst du dich davon befreien.

Warum es sich lohnt loszulassen

Oft verwechseln wir das Loslassen mit dem Verlieren von Dingen. Doch loslassen bedeutet nicht verlieren. Loslassen bedeutet, etwas bewusst ziehen zu lassen.

Wenn wir nicht loslassen können, verharren wir in Situation und kommen nicht weiter.

Wenn du es schaffst loszulassen, wirst du dich wieder frei fühlen. Du entwickelst dich weiter und hast wieder Platz für positive Gefühle und Gedanken. Du wirst merken, dass dich deine Gedanken und Gefühle nicht mehr beherrschen und das du auch besser schlafen wirst und du somit wieder mehr Energie haben wirst.

Du brauchst deinen Gedanken nicht mehr nachzuhängen oder über die Vergangenheit oder die Zukunft grübeln, sondern kannst im hier und jetzt leben. Denn jetzt ist der Moment für unser Leben. Nicht gestern und nicht morgen.

Jetzt ist der Moment für unser Leben. Nicht gestern und nicht morgen. Klick um zu tweeten

Wenn uns Gefühle unangenehm sind, versuchen wir diese wegzuschieben. Wir lenken uns ab und flüchten uns in etwas anderes, zum Beispiel in die Arbeit. Oft betäuben wir diese Gefühle auch mit Alkohol. Dies sind jedoch nur kurzfristige Lösungen. Wobei ich hier gar nicht wirklich von Lösungen sprechen möchte, denn am Ende bleibt wieder jenes unangenehme Gefühl.

Loslassen lernen in 4 Schritten

Durch die Umsetzung der folgenden vier Schritte lernst du loszulassen.

1. Annehmen und Akzeptieren

Bevor wir loslassen können müssen wir unsere Gedanken und Gefühle annehmen und akzeptieren, dass diese ein Teil von uns sind. Gefühle wie Wut, Trauer oder Angst gehören genauso zum Leben dazu wie Liebe, Mitgefühl oder Freude. Akzeptiere, dass all diese Gefühle ein Teil des Lebens, ein Teil von dir sind. Versuche anzunehmen, was jetzt gerade ist.

2. Bewusst werden

Um etwas loszulassen zu können, muss uns zuerst bewusst werden, dass wir etwas festhalten. Was beschäftigt dich schon seit längerem? Wann und in welchen Situationen tauchen diese Gefühle auf? Woran musst du ständig vor dem Schlafengehen denken?  Welche Gedanken und Gefühle tauchen auf, wenn du nur Zeit für dich hast, zum Beispiel während des Meditierens? Oft sind wir dabei verleitet schnell zu urteilen:

  • Meine Arbeit belastet mich
  • Mein Partner oder meine Partnerin belastet mich

Bei genauerer Betrachtung und bewusstem Hinsehen kommen wir drauf, dass es nicht die gesamte Arbeit, sondern vielleicht nur dieses eine Projekt oder diese eine Tätigkeit ist, welche uns den Schlaf raubt. Auch ist es nicht unser Partner als Ganzes der uns belastet, sondern vielleicht nur eine Aussage die er oder sie getätigt hat.

Mach dir ganz genau bewusst, welche Gedanken dich beschäftigen und was diese bei dir auslösen.

3. Reinfühlen

Widme dich nun voll und ganz der bewusst gemachten Situation. Mach dir nochmal klar, welche Gefühle diese Situation in dir auslöst. Wie geht es dir dabei? Fühlst du Angst, Wut, Trauer oder ein anderes Gefühl? Widme dich nun ganz diesem Gefühl. Welche körperlichen Reaktionen löst es bei dir aus?

Ich zum Beispiel spüre dies, je nach Gefühl, unterschiedlich. Zum Beispiel durch ein Ziehen in der Magengegend oder wie einen Stein im Magen. Oftmals auch als unangenehmes schweres Gefühl in den Armen. Vielleicht spannst du auch deine Schultern an oder beißt deine Zähne zusammen.

Fühle ganz genau hinein. Betrachte diese körperlichen Signale interessiert mit deinem Anfängergeist. Du wirst merken, wenn du dich diesen mit interessierter Achtsamkeit zuwendest, dass es dir schon ein wenig besser geht.

Mir hilft es auch oft, wenn ich diese Gefühle und körperlichen Signale als außenstehender Beobachter wahrnehme. Oft auch noch mit dem Gedanken „Aha, das ist ja interessant. So fühlt sich das also an.“. So distanzierst du dich schon einen Schritt von diesen Gedanken.

4. Loslassen

Und nun lass los. Lass deine Gedanken, Gefühle und körperlichen Signale gehen. Schick sie weg. Du kannst dir dies unterschiedlich visualisieren:

  • Dreh dich im Gedanken weg
  • Stelle dir ein Boot vor. Setze deine Gedanken darauf und schaue dem Boot nach wie es langsam wegschwimmt und in der Ferne verschwindet.
  • Schick sie mit kleinen Löwenzahnsamen und Ballons fort und schau zu wie sie in der Weite des Himmels verschwinden.

Alles ist erlaubt, was dir hilft diese Gedanken und Gefühle wegzuschicken und loszulassen.

Du kannst diese 4 Schritte um das Loslassen zu lernen gut einer kurzen Sitzmeditation durchgehen. Setzte dich dazu aufrecht hin und gehe Schritt für Schritt in deinem Geist durch. Mit etwas Übung schaffst du dies auch im Alltag, wenn dich ein Gefühl zu überrumpeln droht. Halte kurz inne und gehe Schritt 1 bis 4 in deinen Gedanken durch, bis es dir wieder besser geht.

Mit zunehmender Übung wird es dir immer leichter fallen loszulassen. Wie ist es euch beim Loslassen ergangen? Habt ihr weitere Tipps um das Loslassen zu lernen? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

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