Ist dir schon einmal aufgefallen, wie du ganz automatisch Situation, Personen oder Dinge bewertest?

Schubladen

Die meiste Zeit erzeugen diese Bewertungen und Vorurteile Stress. Entweder in Form von Situationen, die man unbedingt vermeiden will oder in Form eines Will-ich-haben-Effekts. Dieser Will-ich-haben-Effekt erzeugt vielleicht ein kurzes freudiges Gefühl, wenn wir das Gewünschte dann jedoch nicht bekommen können, erzeugt es wieder Stress. Wenn wir es haben, erzeugt es womöglich Verlustangst.

Wie du es schaffst, Dinge nicht sofort zu bewerten, in Offenheit zu leben und somit Stress zu vermeiden, erfährst du in diesem Artikel. Er beschreibt das erste Prinzip der Achtsamkeit: die Wertneutralität

Vorurteile als Überlebensinstinkt

Wir lernen schon von klein auf zu urteilen. Unseren Kindern sagen wir, dass Unkraut schlecht und hässlich ist, eine Blume aber wunderschön. Unser Bewertungsmodus ist permanent aktiv und teilt ein zwischen gut und böse. Früher war dies ein überlebenswichtiger Instinkt. Wir mussten blitzschnell entscheiden, ob uns etwas töten wollte oder nicht, um zu entscheiden, ob wir fliehen, kämpfen oder uns tot stellen.

Heute ist dieser Überlebensinstinkt nur mehr bedingt notwendig. Unser Gehirn schützt uns zwar immer noch durch diesen Bewertungsmodus vor der Flut an Informationen und Entscheidungen, denen wir uns jeden Tag aussetzen müssen, aber in den meisten Fällen erzeugt es nur unnötigen Stress.

So vermeidest du diesen Stress

Der erste Schritt zu einem vorurteilsfreien Leben, ist es zu merken, wann wir urteilen. Erkenne, wann sich der kleine Urteils-Kommentator, welcher permanent in unserem Hirn aktiv ist, meldet. Wann wertest du über eine Situation oder steckst jemanden in eine Schublade?

In dem Moment, wo du dies bemerkst, hast du die Möglichkeit eine Entscheidung zu treffen. Du allein hast du Freiheit dich bewusst dafür zu entscheiden, ob du eine Situation genauer betrachten willst, bevor du urteilst.

Lass die Dinge erstmal so wie sie sind und betrachte sie mit einer offenen und interessierten Haltung. Ohne zu klassifizieren oder eine Meinung darüber zu haben. Trete gedanklich einen Schritt zurück.

Dies wird dir zu Beginn schwerfallen, da in unserem Gehirn bereits eingefahrene Denkmuster etabliert sind. Doch durch laufende Übungen in Offenheit kannst du diese einreißen und neu aufbauen. Mit zunehmender Übung etablieren sich diese neuen Muster in unserem Gehirn und du wirst diese, so wie vorher auch, ganz automatisch aufrufen.

Alles darf so sein, wie es ist. Du kannst nur deine Einstellung zu einer Situation beeinflussen. Klick um zu tweeten

So kannst du Offenheit üben

Sei ein wachsamer Beobachter. Wie nimmst du gewisse Situation wahr? Was denkst du zum Beispiel, wenn du im Supermarkt an der Kassa warten musst? Stellst du auf Autopilot, ärgerst du dich über die verlorene Zeit, weil du noch so viel machen musst oder nimmst du Situation bewusst wahr? Wenn du das nächste Mal im Stau stehst, ärgere dich nicht, sondern freue dich, dass du nun Offenheit gegenüber Situation üben kannst. Gehe kurz in dich, erforsche deine Gedanken und Gefühle. Dann urteile nicht, sondern betrachte die Situation einer offenen und interessierten Haltung.

Wenn es dir schlecht dabei geht, versuche nicht dieses Gefühl zu vermeiden. Nimm es so an, wie es ist. Welche Auswirkungen hat dieses Gefühl auf deinen Körper. Hast du ein ungutes Gefühl im Bauch, beißt du die Zähne zusammen oder ziehst du die Schultern hoch. Egal was es ist. Erforsche es und betrachte es in voller Wertneutralität. Du wirst merken, dass dir in diesem Zustand die Situation um einiges angenehmer erscheint.

Übe von nun an dieses Gefühl der Offenheit und Wertneutralität in alltäglichen Situation. Mache dies, wenn du alleine bist oder auch wenn du andere Menschen triffst.

Welche Situation fallen dir noch ein, in welchen du diese Offenheit üben kannst. Lass es mich in den Kommentaren wissen.

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