Wir haben über die Zeit verlernt, Vertrauen in unsere eigenen Gefühle und in unseren Körper zu haben. Unser Geist und unser Körper leben nur noch selten im Einklang. Wir betrachten diese beiden Dinge nicht mehr als eine Einheit, als ein Team. Vielmehr schimpft unser Geist auf unseren Körper und betrachtet diesen als Feind. Dieses Verhalten macht uns über kurz oder lang krank.

Wie du das wieder ändern kannst und wie du lernst deinem Körper wieder zu vertrauen und ihn als Verbündeten wahrzunehmen lernst du in diesem Artikel. Es geht um das vierte Prinzip der Achtsamkeit: Vertrauen.

Mein Körper der Feind

Oft nehmen wir unseren Körper nicht als Verbündeten, sondern als  Feind wahr. Wir verteufeln ihn, wenn er herum zickt und Schmerzen hat. Denk daran wie du dich das letzte Mal beschwert hast, weil du müde warst oder Hals- oder Rückenschmerzen hattest. Vermutlich hast du diese Signale deines Körpers ignoriert oder sogar über ihn geschimpft.

Wir leben in einem ständigen Kampf mit unseren Körper, anstatt ihm Einklang mit ihm.

Wir finden das auch noch cool, wenn wir „drüber gehen“ und immer weitermachen. In unserer Leistungsgesellschaft ist es mittlerweile verpönt mit Schnupfen und Husten zu Hause zu bleiben und nicht zu arbeiten.

Aussagen wie: „Heute hab ich es mir selbst und meinem Körper mal wieder gezeigt!“ sind zur Normalität geworden.

Anstatt auf unseren Körper zu hören und einmal kurz innezuhalten, was er uns eigentlich sagen will, ignorieren wir die Symptome und machen einfach immer weiter.

Wir ignorieren die Rücken- und Nackenschmerzen oder das unangenehme ziehen in der Magengegend. Die Müdigkeit untertags bekämpfen wir mit noch mehr Kaffee. Und vor dem zu Bett gehen trinken wir noch ein, zwei Gläser Wein, damit wir besser schlafen können.

Die Ausrede ist immer die Gleiche:“ Es ist ja nur eine kurze stressige Phase. Nur noch dieses Projekt abschließen, dann nehme ich mir Zeit für mich selbst und tue mir was Gutes.“

Das Problem ist nur, diese Zeit des Innehaltens kommt nie. Denn auf ein Projekt folgt das nächste. Und dann noch eins und dann noch eins. Und so leben wir in einem permanenten Stresszustand und ignorieren dabei unseren wichtigsten Verbündeten, der uns schon lange mitteilt, dass es mal Zeit für eine Pause ist und wir kürzer treten sollen.

Bis dann irgendwann nichts mehr geht. Wir können uns Dinge nicht mehr merken, sind überfordert oder werden krank. Der Gang zum Arzt endet dann oft auch in einer Enttäuschung.

„Körperlich sind sie gesund. Die Symptome sind psychosomatisch. Gönnen sie sich mal eine Auszeit.“ Diesen oder ähnliche Sätze haben vielleicht viele von uns schon gehört.

Doch soweit muss es nicht kommen. Dies lässt sich ganz leicht vermeiden, indem du wieder beginnst auf deinen Körper zu hören und ihm zu vertrauen.

So lernst du die Signale deines Körpers wieder zu spüren

Höre auf die Signale die dir dein Körper sendet. Eine gute Übung um deinen Körper wieder bewusst wahrzunehmen ist der Body Scan. Dabei legst du dich auf den Boden oder setzt dich auf einen bequemen Stuhl und erforscht Schritt für Schritt deinen Körper. Von den Zehen, über die Kniee bis hin zum Kopf. Du nimmst jeden Körperteil intensiv und für sich wahr. Du spürst in sie hinein, spürst Schmerzen, ein Kribbeln oder auch einfach mal gar nichts.

Nachdem du die Übung mehrere Tage wiederholst, wirst du auch im Alltag deinen Körper wieder bewusster wahrnehmen. Du kannst auch Kurz-Body-Scans, zum Beispiel an der Supermarktkasse, durchführen und so kurze Achtsamkeitsübungen in deinen Alltag einstreuen.

Wenn sich dein Körper bei dir meldet und du dies erkennst, mach nicht einfach weiter. Halte kurz inne und überlege, was er dir damit sagen will. Beschäftigt oder bedrückt dich was? Ist dir die Arbeit zu viel oder läuft im Privatleben was nicht rund? Erforsche diese Gefühle und versuche die Ursachen dafür zu erkenne. Danach kannst du dann entsprechend handeln.

Betrachte deinen Körper nicht als Feind. Höre auf ihn und achte darauf was er dir sagen will und dann handle danach. Klick um zu Tweeten
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2 Kommentare

  1. Hallo Thomas,
    ein schönes Thema, das du hier aufgreifst. Ich beobachte dieses Verhalten nicht nur bei anderen Leuten, sondern auch oft bei mir. Nun versuche ich morgens daran zu denken, mich bei meinem Körper zu bedanken, dass er wieder aufgewacht ist und mir treu ist, mir zeigt, wo in meinem Leben wieder was ins Stocken geraten ist. Denn ich glaube, dass jedes Körperzeichen ein seelisches Zeichen ist.
    Viel Erfolg mit deinem Blog & auf einen achtsamen Austausch – von Herzen alles Gute, Christine

    • Thomas Reply

      Hallo Christine,
      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Es freut mich sehr, dass du dies für dich schon so verinnerlichen konntest.

      Ich wünsche auch dir viel Erfolg und alles erdenklich Gute.

      Liebe Grüße,
      Thomas

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